Thema Monatsgruß 04/05 2020

Auf zum Wandern!

Der Bodensee hat weit mehr zu bieten als Bummeln, Wasser und Baden. Hier finden sich herrliche Wanderwege mit atemberaubenden Aussichten. Bevor sich das neuartige Corona-Virus massiv ausbreitete, hat der Monatsgruß einige  Wanderrouten für Sie ausgesucht. Lassen Sie sich davon inspirieren – jetzt oder später, je nachdem, was die aktuellen Umstände zulassen! 

 

Wanderroute 1: Von Weiler in die Hausbachklamm

Zugegeben, erstmal brauchen Sie das Auto und ein bisschen gut zu Fuß sollten Sie auch sein. Aber die Mühe lohnt sich. Sie fahren auf der B 308 zwischen Oberstaufen und Lindenberg und nehmen dann die Ausfahrt Weiler. Am Rathaus beginnt die eigentliche Wanderung. Sie folgen dem Hausbach bis zu seiner Mündung in die Rothach und halten sich an die Markierung „R2“. Nach dem Grillplatz folgen Sie den Schildern in Richtung „Trogener Moos“ und erreichen auf herrlichen Wald- und Wiesenwegen den Ort Schnellers. Sie gehen dann kurz nach rechts und folgen immer weiter dem Hausbach, bis Sie wieder zurück nach Weiler kommen. Insgesamt eine mittelschwere Wanderroute mit einer teilweise grandiosen Natur. Neben dem Grillplatz gibt es unterwegs auch noch einen Abenteuerspielplatz, auf dem sich Kinder vergnügen können. Achtung: Für den Kinderwagen ist diese Wanderroute gänzlich ungeeignet!

 

Wanderroute 2: Die Vier-Hügel-Tour

Bei einer Wanderung mit herrlichen Aussichten erleben Sie die Stadt Lindau von insgesamt vier verschiedenen Hügeln wie aus der Vogelperspektive. Sie starten vom Rathaus in Bodolz. Sie folgen der Beschilderung durch die Bahnunterführung, biegen nach rechts ab und begeben sich durch die Obstplantagen. In Richtung Hoyren gelangen Sie zum Hoyerberg mit einem herrlichen Blick auf die Region. Nun geht es einen schmalen Pfad bergab. Im Dorf Hochbuch halten Sie sich links, bis Sie zum Entenberg kommen. Über ein paar Stufen gelangen Sie auf eine Anhöhe mit einem faszinierenden Ausblick. Lassen Sie den Ortsteil Schönau hinter sich und folgen Sie dem Weg hinauf zum Ringoldsberg. Nun gelangen Sie zum vierten Hügel, dem Taubenberg. Über die Eisenbahnbrücke und die bereits bekannte Unterführung gelangen Sie wieder zurück zum Bodolzer Rathaus. Die „Vier-Hügel-Tour“ ist eigentlich in jeder Jahreszeit zu empfehlen, vor allem im Frühling. Ein bisschen „gut zu Fuß“ sollten Sie schon sein, denn teilweise geht es immer wieder auch bergauf. Und noch ein kleiner Tipp: In der Nähe des Taubenbergs befindet sich die Michaelskapelle, die durchaus einen kleinen Abstecher wert ist! 

 

Wanderroute 3: Der Gartenkulturpfad

Zehn Kilometer werden es am Ende schon, wenn man den „Gartenkulturpfad“ in Angriff nimmt, aber es lohnt sich allemal! Herrliche Villenparks, Weinberge und Streuobstwiesen gibt es zu sehen und ganz nebenbei entdeckt man die Kultur in Verbindung mit Gärten und Landschaften am Ufer des Bodensees. Sie starten am Lindauer Europaplatz und gehen am Aeschacher Ufer zum botanischen Alpengarten von Franz Sündermann. Über die Bahngleise gelangt man in den Lotzbeckpark und nach der Villa Giebelbach verlässt man das Bodenseeufer in Richtung Westen am Wiesental vorbei. Beim Hotel Bad Schachen gelangt man in den wunderbaren Lindenhofpark und weiter entlang des kleinen Baches zur Ruine Degelstein. Die Route führt weiter über die denkmalgeschützte Villa Alwind zur Leonardskapelle und dem Schachen Schlössle. Sie gehen weiter durch die Enzisweilerstraße und gelangen über den Hoyerberg zu den ausgedehnten Streuobstwiesen und anschließend zurück zum Ausgangspunkt. Insgesamt eher eine mittelschwere Wanderung,
die vor allem im Frühling und im Herbst sehr zu empfehlen ist!

 

Herrliche Spazierwege zum Abschalten und Genießen

Natürlich stehen die drei ausgesuchten Wanderrouten nur exemplarisch für die unzähligen Möglichkeiten am Bodensee und im Allgäu (Buchtipp „Wandern und Einkehren“ vom Drei Brunnen Verlag). Wahrscheinlich geht es Ihnen ganz ähnlich wie mir: Man hat nur selten Zeit, eine solch ausgedehnte und tagesfüllende Wanderung zu starten. Deshalb lohnen sich durchaus auch kleine Spaziergänge, wie ich sie seit über zwei Jahren jeden Tag am See entlang unternehme. Rüber nach Bregenz zum Beispiel – oder wenigstens bis zum Strandbad Lochau. Mit der Zeit trifft man immer dieselben Leute und lernt die unterschiedlichsten Hunderassen kennen. Eine ziemlich mühelose Strecke, bei der es nicht den kleinsten Berg zu bewältigen gibt. Manche wundern sich, wenn sie ihren Pfarrer so langsam dahin schlendern sehen. Aber ich gehe ganz bewusst nicht laufen, sondern spazieren (natürlich ohne Musik und Handy). Nur so kann ich die zahlreichen Eindrücke auch wirklich genießen und komme ganz wunderbar zur Ruhe. Und zum Schluss noch eine kleine Warnung vorab: Wenn man‘s täglich macht, wird man süchtig! Viel Spaß dabei!

Pfarrer Matthias Vogt