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Monatsgruß 11-12 | 2026

Advent und Weihnachten mal anders erleben

 

1. Adventskalender für mich

Es muss ja nicht immer Schokolade sein! Schon oft habe ich mich gefragt, warum eigentlich immer nur die Kinder einen Adventskalender kriegen. Und schon waren da ganz viele Ideen, wie auch ich selbst jeden Tag ein bisschen überrascht werden könnte.

Für die Adventszeit könnte ich mir endlich mal ein neues, dickes Buch vornehmen und jeden Tag ein paar Seiten lesen. In den meisten Kirchengemeinden gibt es ein „Adventsfenster“, das man ab 1. Dezember jeden Abend besuchen kann. Oder vielleicht – aber bitte nur, wenn Sie Freude daran haben – nimmt man sich ein bisschen Zeit zum Basteln von selbstgemachten Geschenken. Da kann man im Internet tolle Kreationen aus Orangenscheiben, Tannenzweigen, Zimtstangen und getrockneten Beeren entdecken. Ich könnte einem lieben Menschen einen Brief schreiben. Jeden Tag ein paar Zeilen, damit das Ganze nicht zu stressig wird. Wer gerne singt, kann den Tag mit einem Lied auf seiner Gitarre ausklingen lassen. Und wie wäre es, wenn man sich mal Zeit nimmt für die wunderschönen weihnachtlichen Texte aus der Bibel: Lk.2, 1-20 – Micha 5,1-3 – Jesaja 9, 1-6 – Jesaja 11 – Jeremia 23,5-6.

Ach, vielleicht gibt es ja auch Kinder oder Enkel, mit denen man an jedem Adventssonntag ein kleines Hauskonzert feiern könnte. Die Hausmusik am Heiligabend und das Vorlesen besinnlicher Texte war in früheren Zeiten selbstverständlich.

 

2. Kulinarische Verwöhnung

Komisch! Kaum ziehen die Adventswochen ins Land, reden die meisten Leute wieder vom Abnehmen und von den Kalorien. Ich selber halte es eher mit dem bekannten Spruch „Man nimmt nicht zu zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten“ Außerdem habe ich mich seit Ende August beherrscht, weil die Pfefferkuchen, der Weihnachtsstollen, die Spekulatius und die Vanillekipferl für mich immer noch in die Adventszeit gehören. 

Dazu einen leckeren Weihnachtszimttee, schöne Musik und ein paar Schneeflocken draußen – und schon merke ich, wie ich mehr und mehr zur Ruhe komme und mich auf das große Fest perfekt einstimmen kann.

Übrigens, auch anders herum geht’s. Nicht wenige Menschen fasten in den vier Adventswochen und verzichten auf Dinge, die ihnen ein bisschen schwerfallen. Die Adventszeit ist genau genommen nicht die Zeit der Vorfreude. In unseren Kirchen weist das lilafarbene Parament auf die Zeit der Besinnung hin.

 

3. Adventszeit-Journal

Weil es in der Zeit um den Jahreswechsel für mich oft zu stressig wird, findet mein persönlicher Jahresrückblick in den Adventswochen statt. Eigens dafür habe ich mir ein kleines „Dankbarkeitstagebuch“ erstellt und an jedem Abend schreibe ich drei Gründe auf, wofür ich auch heute wieder dankbar sein kann.

Ich spüre schon beim Schreiben, wie Ruhe in meine Gedanken einkehrt. Die Freude und das Staunen nehmen noch mehr zu, wenn man dann an Heiligabend alle 72 Gründe der Dankbarkeit nochmal durchliest. Dann wird man plötzlich dankbar, dass man sich die Zeit genommen hat und man darf spüren: Wer dankbar ist, hat keine Zeit zum Jammern und befindet sich fast ausnahmslos im Hier und Jetzt.

 

4. Ruhe finden in der Zeit der Besinnung

Manche freuen sich auf die Adventswochen und darauf, endlich mal wieder Zeit für ein schönes Buch zu finden. Der Fernseher bleibt an den Sonntagen aus und man kommt als Familie zu einem schönen Gesellschaftsspiel zusammen. Oder die Kinder helfen ihrer Mama beim Backen der Weihnachtsplätzchen.

Viele wünschen sich in dieser Zeit der Besinnung und Vorbereitung mehr Ruhe. Ein Weg dorthin könnte sein, den Tag mit Stille und Andacht anzufangen und abzuschließen. Bevor der Tag hereinbricht, nimmt man sich Zeit zur inneren Einkehr – und am Abend dankt man im Kerzenlicht für alles, was man heute erleben durfte. Nicht wenige, die das in der Adventszeit durchgehalten haben, bleiben sogar auch nach Weihnachten und das ganze Jahr über noch bei diesem Kräfte spendenden Ritual. So wird diese Zeit zu einem ganz besonderen Höhepunkt im Jahr, an den man immer wieder gerne zurückdenkt.

 

5. Und noch mehr Ideen

Natürlich ist diese Liste der Ideen zur Vorbereitung auf Weihnachten längst nicht vollständig. Ich kenne Menschen, die an jedem Tag im Advent einen kleinen Beitrag an verschiedene wohltätige Projekte spenden – von Tierheimen bis zu Obdachlosenunterkünften. Das alles wird dann dokumentiert und in einem schönen Album festgehalten. Manche treffen sich zu einer „Weihnachtsbücher-Club-Runde“ und tauschen sich aus über verschiedene Weihnachtsgeschichten aus aller Welt. Und wieder andere haben sich fest vorgenommen, in der Adventszeit verstärkt in die Kirche zu gehen und die Gottesdienste mitzufeiern.

Was auch immer Ihnen gerade einfällt – alles hat nur den einen Sinn: Weihnachten und den Advent zu einer ganz besonderen Zeit im Jahr zu machen. Das ist sie tatsächlich, denn Gott selbst wird Mensch und kommt in seinem Sohn Jesus auf diese Erde.

Er kommt in einem kleinen Viehstall zur Welt und zieht sich unser Leben an. Wir müssen niemals mehr alleine sein und das Schöne ist: Selbst wenn die Festglocken still, die Feiertage vorbei und die Geschenke ausgepackt sind, ist Jesus immer noch da und geht mit uns den Weg durch alle Jahreszeiten hindurch. 

Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

 

Pfr. Matthias Vogt


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